Leitbild
Die Zunahme von Freizeit und Tourismus begünstigt die Zunahme der Städtereisen, der Museums- und Ausstellungsbesuche. Sie hat der Vermittlung von Kunst und Kultur eine Bedeutung verschafft, die sie früher nicht hatte. Ihre wirtschaftliche Bedeutung beschränkt sich nicht auf steigende Umsätze. Längst zählt das kulturelle Erbe einer Stadt oder Region zur essentiellen Infrastruktur, die es zu erhalten und zu mehren gilt.
Die Vermittlung von Kunst und Kultur kommt heute einem Bildungsauftrag gleich, der von den Schulen und in den Familien häufig nicht mehr wahrgenommen werden kann. Ihr Bildungspotenzial ist umfassend, sie regt die Kreativität an und sie ist identitätsstiftend, denn jeder kann sich selbst als Bestandteil und als Mitträger des kulturellen Erbes und der kulturellen Traditionen verstehen.
Um jeden ungeachtet seiner sozialen Herkunft, seiner Vorkenntnisse und seiner Erwartungen erreichen zu können, stellt die Vermittlung von Kunst und Kultur sich heute auf eine reich differenzierte Pubikumsstruktur ein. Im 19. Jahrhundert blieb das "Bildungsbürgertum" noch auf einen geringen Bevölkerungsanteil beschränkt. Heute stehen wir vor einer gänzlich veränderten Situation: Die Größe des Publikums ist exponentiell angewachsen und seine soziale Verankerung breit gestreut. Bildungsreisende und Pauschaltouristen, Kinder und Jugendliche, Migranten, Firmenkunden oder Staatsgäste erfordern eine stark differenzierte Kommunikation.
Die erfolgreiche Vermittlung von Kunst und Kultur spricht nicht nur den Intellekt an, sondern auch das Gefühl. Eine plötzliche Erkenntnis, eine unmittelbare gemeinschaftliche Erinnerung oder eine entstehende Idee sind mit Emotionen besetzt. Die bewußte Publikumsorientierung ist für diesen Prozess unverzichtbar.
Die arts access academy möchte die Teilnehmer an ihren Seminaren für diese Werte sensibilisieren. Es ist noch kein Erfolg, wenn Menschen ästhetische Eindrücke als digitale Souvenirs sammeln oder touristische Highlights "abhaken". Es geht immer auch darum, eine bleibende Erinnerung im Gedächtnis der Menschen zu hinterlassen.
Literaturhinweise
Was macht ein Museum erfolgreich? Museumskunde Bd. 72, 2/07, herausgegeben vom Deutschen Museumsbund.
Wer bist Du? Schluss mit der Andacht vor der Kunst. Warum die Menschen in Ausstellungen strömen und was sie dort wollen. FAZ, Feuilleton, 20. September 2007.




